"Mitm Herz am rechten Fleck" - Fortuna Bredeney

Nach dem Abstieg in die Kreisliga B will man in Bredeney wieder hoch in die A-Liga. Die legendäre „Meisenburg“ würde sich dabei über mehr Zuschauer und einen neuen Kioskpächter freuen. Natürlich hat auch Bredeney das Ein – oder Andere Problemchen, wie z. B. den nicht vorhandenen Kunstrasenplatz. FE hat die Winterpause genutzt und sich mit dem 2. Vorsitzenden, Udo Rosenbaum, unterhalten:

Was macht die Fortuna zu einem „besonderen“ Verein?

Unser Verein ist zwar nur ein kleiner Verein mit derzeit ca. 240 Aktiven, aber durch seine familiäre Struktur etwas Besonderes. Viele Mitglieder haben bereits vor Jahren bzw. Jahrzehnten selbst in der Jugend gespielt und sind nun noch bei Senioren oder den Alten Herren aktiv oder begleiten inzwischen ihre eigenen Kinder zu den Spielen. Einige engagieren sich darüber hinaus auch noch im Verein, sei es eher im Hintergrund oder eher im Vordergrund, beispielsweise im Vorstand von Fortuna.

Wie ist der Verhältnis der Seniorenmannschaften untereinander?

Das Verhältnis der beiden Seniorenmannschaften untereinander ist sehr gut. Wie sollte es auch anders sein? Es ist ja schon traditionell, dass unsere 2. Mannschaft den Unterbau für die 1. Mannschaft darstellt. Ein Austausch zwischen beiden Mannschaften ist gegeben, das gilt sowohl in die eine Richtung aber natürlich auch in die andere Richtung.

Wie ist die Zukunft geplant? (Sowohl Senioren als auch Jugend)

Wir wollen uns einerseits sportlich weiter entwickeln. Hierzu ist es natürlich erforderlich, in der Jugendarbeit gute Arbeit zu leisten, um die jungen Erwachsenen auch schnell in einer der beiden Seniorenmannschaften zu integrieren. Andererseits möchten wir uns auch als Alternative zu  anderen Vereinen im Südosten etablieren, um die „Kinder-Landverschickung“ zu vermeiden. Näheres hierzu in der Antwort auf die übernächste Frage.

Wie ist das Saisonziel der 1. Mannschaft?

Hier kann man nur ein Ziel nennen: Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr soll nun der direkte Wiederaufstieg in die Kreisliga A gelingen. Dies ist zwar kein Muss, aber durchaus wünschenswert und ist auch das größte Ziel im Jahr 2015.

Spürt Ihr einen Nachteil, weil Ihr auf Asche kickt?

Ja, aber sicher. Hier sind sogar zwei Gründe zu nennen:

1.) Der Aschenplatz ist in einem schlechten Zustand, da die Drainage, die vor ca. 30 Jahren (!) das letzte Mal erneuert wurde, nicht mehr funktioniert. Das führt dazu, dass das Wasser nach längeren Regenfällen oder auch heftigen Regenschauern nicht mehr abfließen kann. Dadurch sind – gerade jetzt in der Vorbereitung auf die Rückrunde – schon wieder zwei Trainingstage bis Mitte Januar  komplett weggebrochen.

2.) In der Seniorenabteilung, aber ganz besonders in der Jugendabteilung, ist es immer schwieriger, neue Spieler zu finden. Hier macht sich die Konkurrenz durch die Vereine, die bereits über einen Kunstrasenplatz verfügen, doch stark bemerkbar. So werden z.B. Kinder, die in Haarzopf wohnen und in Bredeney zur Schule gehen (hier gibt es zwei Grundschulen und zwei Gymnasien), von ihren Eltern bis nach Heisingen gefahren, nur um dort auf Kunstrasen Fußball spielen zu können. Der dortige Verein bzw. Sportplatz ist aber nur exemplarisch zu nennen. Hierdurch leidet natürlich auch die Wettbewerbsfähigkeit, das sieht man gerade in der Jugendabteilung. Hierzu reicht ein Blick auf die entsprechenden Tabellen.   

 

Wie sollten Menschen gestrickt sein, die sich Euch anschließen?

Es reicht, wenn das Herz am rechten Fleck sitzt.

Sucht Ihr noch Spieler? Wenn ja irgendwas Spezielles?

Gute Spieler können wir sicherlich in allen Mannschaften des Vereins gut gebrauchen. Allerdings ist es schwierig genug Aktive zu finden, die noch bereit sind auf Asche zu spielen.

Welche Gründe gibt es zu Euch zu wechseln?

Zunächst muss hier natürlich den sportlich angestrebten Erfolg nennen. Bei unserer 1. Mannschaft und somit im Seniorenbereich ist das sicherlich der Aufstieg in die Kreisliga A als Basis für die nächsten Jahre.

In der Jugend leisten Michaela Großjung als Jugendkoordinatorin und Björn Bree als Jugendleiter herausragende Arbeit, für die sie auch schon vom Kreis 12 als „verdiente Ehrenamtliche“ ausgezeichnet wurden. Hier arbeiten sie, gemeinsam mit den Trainern der zehn Jugendmannschaften, am sportlichen Erfolg, aber natürlich auch an der Freundschaft sowie dem Zusammenhalt untereinander. Das sind Tugenden, die in der heutigen, schnelllebigen Zeit immer wichtiger werden. Hierzu zählen auch Teilnahmen an diversen Turnieren. Höhepunkt der B-Jugend, die in der Kreisleistungsklasse spielt, war beispielsweise ein Internationales Fußballturnier an der spanischen Costa Brava in den Herbstferien 2014.

 Ist es sonntags voll bei Euch?

Die Stadionauslastung liegt derzeit bei ca. 80% (dabei muss er lachen). Nein, mal im Ernst. Leider ist das Interesse an den Spielen unserer Mannschaften nicht so groß, dass die Einnahmen durch den Verkauf von Eintrittskarten bei den Seniorenspielen zu einer Entlastung der Vereinskasse führen. Hier gibt es also noch viel Luft nach oben.

 Habt Ihr ein Turnier geplant?

Derzeit leider nicht (siehe auch nächste Frage). Wahrscheinlich gibt es im Sommer aber noch das traditionelle Sommerfest, welches im letzten Jahr leider durch den Sturm an Pfingsten und der anschließend wochenlangen erforderlichen Platzsperrre ausgefallen ist.

 Wie ist die Bereitschaft von ehrenamtlichen Helfern sich im Vereinsleben zu engagieren?

Leider sehr gering. Dies führt deshalb auch dazu, dass wir in diesem Jahr kein Turnier veranstalten werden, da wir (im Vorstand) derzeit genug mit anderen Themen zu tun haben. Auch die Verbände sind daran nicht ganz unschuldig, da sie den Vereinen immer mehr administrative Arbeiten auf’s Auge drücken.

 Was fehlt bei der Fortuna?

Vor allem ein Kunstrasenplatz. Vereinsintern möchten wir aber auch den Kiosk-Verkauf neu gestalten, um unseren Gästen ein besseres Angebot während ihres Aufenthalts an der Meisenburg bieten zu können. Hierzu suchen wir noch – gerne auch auf diesem Weg -  einen entsprechenden Pächter bzw. Betreiber, der mit seinen Ideen den Verkauf ankurbelt. Interessenten können sich gerne direkt an den Vorstand wenden.

 

Udo, danke für Deine Zeit und viel Glück für die Zukunft. Es ist gut zu wissen, dass es engagierte Ehrenamtlich wie Dich gibt.