Kreisliga & Verbandsstruktur im Amateurfußball erklärt (2026)
Auf einen Blick – Inhalt dieses Artikels
- Die deutsche Fußball-Ligapyramide: Von der Bundesliga bis zur Kreisklasse
- Kreisliga, Kreisklasse & Co.: Was bedeuten die Bezeichnungen wirklich?
- Regionale Unterschiede: So variiert die Ligastruktur je nach Landesverband
- Aufstieg, Abstieg und Relegation in der Kreisliga
- Was kostet eine Saison in der Kreisliga?
- Häufige Fragen (FAQ)
- Quellen
Kreisliga & Verbandsstruktur im Amateurfußball: Das komplette Erklärungs-Dossier
Stand: Juni 2026 · Lesedauer: ca. 12 Minuten
Die Kreisliga ist die unterste organisierte Spielklasse im deutschen Fußball – und gleichzeitig die, in der die meisten Menschen aktiv kicken. Sie liegt je nach Region auf der 8. oder 9. Spielklassenebene und wird von Kreisverbänden organisiert, die den 21 Landesverbänden des DFB unterstellt sind. Über 2,2 Millionen Menschen spielen aktiv in Amateurvereinen unter dem Dach des DFB. Rund 140.000 Mannschaften treten pro Saison wöchentlich gegeneinander an – in mehr als 1,4 Millionen Spielen pro Jahr. Wer verstehen will, wie dieses System funktioniert, muss die gesamte Ligapyramide kennen. Genau das erklären wir hier.
Die deutsche Fußball-Ligapyramide: Von der Bundesliga bis zur Kreisklasse
Das deutsche Fußball-Ligasystem ist eines der komplexesten der Welt. Es umfasst bis zu elf oder mehr Spielklassenebenen – je nach Region sogar noch mehr. Oben thront die Bundesliga, ganz unten spielen Hobbymannschaften in der Kreisklasse um Punkte. Dazwischen liegt ein fein verzweigtes Netz aus Ligen, das dezentral von Verbänden auf verschiedenen Ebenen organisiert wird.
Die ersten drei Ebenen – Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga – gehören zum Profi- und Semiprofi-Bereich. Hier gibt es Lizenzpflichten, TV-Gelder und Vollzeitprofis. Ab der 4. Ebene, der Regionalliga, beginnt formell der Amateurfußball. Seit der Saison 2012/13 ist die Regionalliga in fünf eigenständige Staffeln aufgeteilt: Nord, Nordost, West, Süd und Südwest. Die Organisation liegt bei den Regionalverbänden – die Regionalliga Bayern zum Beispiel wird vom Bayerischen Fußball-Landesverband eigenständig betrieben.
Die Oberliga auf der 5. Ebene ist eine Übergangszone. Hier spielen Vereine, die zu gut für den reinen Amateurbetrieb sind, aber keine Vollprofis beschäftigen. Viele Spieler erhalten Aufwandsentschädigungen oder kleine Prämien, sind aber keine Berufssportler im rechtlichen Sinne. Die Oberliga ist die höchste Spielklasse, die noch auf Landesverbandsebene organisiert wird – direkt unterhalb der Regionalliga.
Auf der 6. Ebene folgt die Verbandsliga oder Landesliga – je nach Bundesland heißt sie anders. Alle 21 Landesverbände des DFB organisieren diese Ebene in eigener Regie. Hier endet die halbwegs einheitliche Nomenklatur. Ab der 7. Ebene abwärts wird es regional sehr unterschiedlich: Die Bezeichnungen variieren von Gruppenliga über Bezirksliga bis hin zu Landesklasse.
Die Bezirksliga auf der 7. oder 8. Ebene existiert in Bayern, Bremen, Hamburg, Mittelrhein, Niedersachsen, Niederrhein und Rheinland. Sie umfasst mehrere Landkreise und bildet die Brücke zwischen Landes- und Kreisebene. Darunter kommen dann die Kreisligen – typischerweise auf der 8. oder 9. Ebene.
Die Kreisliga und Kreisklasse bilden die untersten Stufen der Pyramide. Sie werden von Kreisverbänden organisiert, die wiederum den Landesverbänden unterstellt sind. Schätzungsweise gibt es rund 1.500 Kreisligen in Deutschland – eine genaue Zahl existiert nicht, weil keine zentrale Erfassung stattfindet. Das ist kein Fehler im System, sondern Absicht: Die dezentrale Organisation durch 21 Landesverbände und deren Kreisverbände ermöglicht regionale Flexibilität.
Zum Vergleich: In der Saison 2023/24 zählte der DFB über 7,7 Millionen Mitglieder in rund 24.000 Vereinen – ein Rekord, der in der Saison 2024/25 erstmals die 8-Millionen-Marke überschreiten soll. Das ist die Basis, auf der dieses gigantische Ligasystem aufbaut.
DFB-Mitglieder und aktive Amateurfußballer im Überblick (2024)
Kreisliga, Kreisklasse & Co.: Was bedeuten die Bezeichnungen wirklich?
Wer zum ersten Mal mit dem deutschen Amateurfußball in Berührung kommt, ist schnell verwirrt. Kreisliga A, Kreisliga B, Kreisklasse, Kreisoberliga – was ist was, und welche ist höher? Hier kommt die klare Einordnung.
Die Kreisliga bezeichnet im deutschen Fußball eine Spielklasse auf Kreisebene, die typischerweise auf der 8. oder 9. Spielklassenebene angesiedelt ist. Sie wird von Kreisverbänden organisiert – also den untersten Verwaltungseinheiten innerhalb der Verbandsstruktur des DFB. Innerhalb der Kreisebene gibt es oft mehrere Staffeln, die hierarchisch geordnet sind.
Die typische Hierarchie innerhalb der Kreisebene sieht so aus: Kreisoberliga → Kreisliga A → Kreisliga B → Kreisliga C → Kreisliga D → Kreisklasse(n). Die Kreisoberliga ist dabei die höchste Stufe auf Kreisebene und liegt direkt unterhalb der Bezirksliga. Die Kreisliga A ist die nächste Stufe darunter. Je weiter der Buchstabe im Alphabet, desto niedriger die Spielklasse.
Die Kreisklasse liegt unterhalb der Kreisliga und ist die unterste organisierte Spielklasse überhaupt. Wer aus der Kreisklasse aufsteigt, landet in der Kreisliga – nicht in der Bezirksliga. Das ist ein häufiger Irrtum. Die Kreisklasse kann ihrerseits in 1., 2. und 3. Kreisklasse unterteilt sein, je nach Verband und Region.
Warum variieren die Bezeichnungen so stark? Die Antwort liegt in der dezentralen Organisation. Jeder der 21 Landesverbände darf seine Ligastruktur eigenständig gestalten. Es gibt keine bundesweit einheitliche Vorgabe, wie die Spielklassen unterhalb der Verbandsliga heißen müssen. Das führt dazu, dass eine „Kreisliga A" in Bayern auf einer anderen absoluten Ebene liegt als eine „Kreisliga A" in Hessen.
In Hessen zum Beispiel sieht die Struktur unterhalb der Verbandsliga so aus: Gruppenliga (7. Ebene) → Kreisoberliga (8. Ebene) → Kreisliga A (9. Ebene) → Kreisliga B (10. Ebene) → Kreisliga C (11. Ebene) → Kreisliga D (12. Ebene). Das ist eine der tiefsten Strukturen in Deutschland – zwölf Ebenen bis ganz unten.
In Bayern ist es kompakter: Landesliga (6.) → Bezirksliga (7.) → Kreisliga (8.) → Kreisklasse (9.). Wer in Bayern in der Kreisliga spielt, ist also auf einer höheren absoluten Ebene als jemand in Hessen, der ebenfalls „Kreisliga" sagt.
💡 Tipp für Neulinge
Frag immer beim zuständigen Kreisverband nach, auf welcher absoluten Spielklassenebene eine Liga liegt. Die Bezeichnung allein sagt wenig – entscheidend ist die regionale Einordnung.
Kreisliga vs. Kreisklasse – Direktvergleich
| Merkmal | Kreisliga | Kreisklasse |
|---|---|---|
| Hierarchische Stellung | Höher (z. B. Kreisliga A = höchste Kreisebene) | Niedriger (unterhalb der Kreisliga) |
| Aufstiegsziel | Bezirksliga oder höhere Kreisliga-Staffel | Kreisliga |
| Typische Ebene | 8.–9. Spielklasse | 9.–11. Spielklasse |
| Unterteilung | A, B, C, D (je nach Verband) | 1., 2., 3. Kreisklasse (je nach Verband) |
Regionale Unterschiede: So variiert die Ligastruktur je nach Landesverband
Wer von Bayern nach Hessen zieht und weiter Fußball spielen will, erlebt oft eine Überraschung: Die Liga, in der er landet, heißt plötzlich anders – und liegt auf einer anderen absoluten Ebene. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von 21 eigenständigen Landesverbänden, die ihre Ligastrukturen unabhängig voneinander entwickelt haben.
Schauen wir uns die wichtigsten Landesverbände im Vergleich an.
Bayern hat eine vergleichsweise kompakte Struktur. Unterhalb der Landesliga (6. Ebene) folgt direkt die Bezirksliga (7. Ebene). Darunter kommt die Kreisliga (8. Ebene) und ganz unten die Kreisklasse (9. Ebene). Keine Gruppenliga, keine Kreisoberliga – Bayern hält es schlank.
Hessen ist das Gegenbeispiel. Hier gibt es die Gruppenliga als 7. Ebene – eine Bezeichnung, die in keinem anderen Landesverband in dieser Form vorkommt. Darunter folgt die Kreisoberliga (8. Ebene), und dann geht es mit Kreisliga A, B, C und D weiter bis auf die 12. Spielklassenebene. Das ist deutschlandweit eine der tiefsten Strukturen überhaupt.
Sachsen und Thüringen kennen die Landesklasse als 7. Ebene – ein Begriff, der in anderen Bundesländern auf der 6. Ebene angesiedelt ist. Das zeigt, wie irreführend die Bezeichnungen ohne regionale Einordnung sein können.
Besonders interessant ist der Badische Fußballverband. Dort folgt nach Verbandsliga und Landesliga direkt die Kreisliga – ohne Bezirksliga oder Kreisoberliga dazwischen. Das macht die Struktur übersichtlicher, bedeutet aber auch, dass der Sprung zwischen Kreisliga und Landesliga größer ist als anderswo.
Brandenburg und Berlin haben eine besonders flache Kreisstruktur. Unterhalb der Landesliga gibt es nur zwei Kreisebenen: Kreisliga und Kreisklasse. Wer in Berlin in der Kreisliga spielt, ist also relativ nah an der Landesliga – strukturell gesehen.
Nordrhein-Westfalen folgt dem klassischen Muster: Landesliga (6.) → Bezirksliga (7.) → Kreisliga A (8.) → Kreisliga B / Kreisklasse (9.+). NRW ist mit Abstand das bevölkerungsreichste Bundesland und hat entsprechend viele Staffeln auf jeder Ebene.
Das Fazit ist klar: Wer in eine andere Region zieht, muss die lokale Ligastruktur neu erlernen. Die Bezeichnung allein reicht nicht – entscheidend ist immer die absolute Spielklassenebene im jeweiligen Landesverband.
Ligastruktur unterhalb der Landesliga – Vergleich ausgewählter Landesverbände
| Landesverband | 6. Ebene | 7. Ebene | 8. Ebene | 9.+ Ebene |
|---|---|---|---|---|
| Bayern | Landesliga | Bezirksliga | Kreisliga | Kreisklasse |
| Hessen | Verbandsliga | Gruppenliga | Kreisoberliga | Kreisliga A–D |
| Nordrhein-Westfalen | Landesliga | Bezirksliga | Kreisliga A | Kreisliga B / Kreisklasse |
| Rheinland | Landesliga | Bezirksliga | Kreisliga A | Kreisliga B / Kreisklasse |
| Sachsen / Thüringen | Landesliga | Landesklasse | Kreisliga | Kreisklasse |
| Baden (Badischer FV) | Verbandsliga | Landesliga | Kreisliga | Kreisklasse |
| Hamburg | Landesliga | Bezirksliga | Kreisliga | Kreisklasse |
| Brandenburg / Berlin | Landesliga | Kreisliga / Stadtliga | Kreisklasse | – |
Hinweis: Bezeichnungen und Stufenzahl variieren regional erheblich; Tabelle zeigt eine vereinfachte Übersicht.
Aufstieg, Abstieg und Relegation in der Kreisliga: So funktioniert das System
Am Ende jeder Saison entscheidet die Tabelle über Aufstieg und Abstieg. Das klingt simpel – ist es aber nicht immer. Denn die genauen Regelungen legt jeder Landes- und Kreisverband selbst fest. Trotzdem gibt es Grundmuster, die fast überall gelten.
Direktaufstieg bedeutet: Der Kreismeister – also der Tabellenführer am Saisonende – steigt automatisch und ohne weitere Spiele in die nächsthöhere Liga auf. In den meisten Kreisligen ist das die Bezirksliga. Der Verein muss lediglich die sportlichen und formalen Voraussetzungen erfüllen (z. B. Platzkapazität, Spielberechtigung der Spieler).
Relegation ist das spannendste Element. Der Tabellenzweite der Kreisliga spielt in der Regel Aufstiegsspiele gegen den Tabellenletzten oder Vorletzten der Bezirksliga. Wer diese Spiele gewinnt, steigt auf – oder bleibt in der Liga. Die Relegation kann als Hin- und Rückspiel oder als Entscheidungsspiel auf neutralem Platz ausgetragen werden.
Interessant: Wenn ein Verein den Aufstieg nicht annehmen will oder kann – zum Beispiel weil der Platz nicht den Anforderungen entspricht oder der Verein finanziell nicht bereit ist – wird das Aufstiegsrecht weitergegeben. Dieses Recht kann bis zum Tabellenplatz 5 weitergereicht werden. Das bedeutet: Theoretisch kann der Fünftplatzierte einer Kreisliga in die Bezirksliga aufsteigen, wenn alle vor ihm verzichten.
Abstieg funktioniert meist so: Der Tabellenletzte steigt direkt ab, ohne Relegation. Bei einer Staffel mit 14 Mannschaften steigt Platz 13 direkt ab, Platz 14 ebenfalls. Platz 12 spielt möglicherweise Relegation. Wenn eine Staffel weniger Mannschaften hat – etwa weil ein Verein zurückgezogen wurde –, verringert sich die Zahl der Absteiger entsprechend.
Bei Punktgleichheit am Saisonende entscheidet zunächst der direkte Vergleich: Wer hat in den Duellen zwischen den punktgleichen Teams mehr Tore erzielt? Erst wenn auch das gleich ist, kommen Entscheidungsspiele ins Spiel. Die Tordifferenz aus allen Saisonspielen ist dabei oft erst das dritte Kriterium – das variiert je nach Verband.
Ein konkretes Praxisbeispiel: In einer Kreisliga A mit 14 Mannschaften steigen Platz 13 und 14 direkt ab. Platz 12 spielt Relegation gegen den Vorletzten der Kreisoberliga. Der Meister (Platz 1) steigt direkt in die Kreisoberliga auf, Platz 2 spielt Relegation gegen den Vorletzten der Kreisoberliga. So sichert das System, dass immer eine sportliche Entscheidung stattfindet.
Wichtig: Diese Regelungen sind nicht in Stein gemeißelt. Jeder Kreisverband kann sie saisonal anpassen. Vor jeder Saison lohnt es sich, die aktuellen Spielordnungen beim zuständigen Verband zu lesen.
ℹ️ Gut zu wissen
Das Aufstiegsrecht kann bis Tabellenplatz 5 weitergegeben werden. Wenn vier Vereine vor dir auf den Aufstieg verzichten, kannst du als Fünftplatzierter in die höhere Liga aufsteigen – auch ohne Relegation.
Was kostet eine Saison in der Kreisliga? Kosten für Amateurvereine im Überblick
Amateurfußball ist kostenlos? Weit gefehlt. Eine Saison in der Kreisliga kostet einen Verein schnell mehrere tausend Euro – und das, bevor auch nur ein Ball gekauft wurde. Hier ist ein realistischer Überblick über die wichtigsten Kostenpositionen.
Der größte variable Kostenblock sind die Schiedsrichtergebühren. Im NFV Kreis Stade (Niedersachsen) beträgt das Honorar für den Hauptschiedsrichter in der Kreisliga 35 Euro pro Spiel (Saison 2025/26). Die Schiedsrichterassistenten erhalten 50 bis 70 Prozent davon. Bei einer typischen Saison mit 15 Heimspielen summiert sich das schnell auf 525 Euro allein für den Hauptschiedsrichter – plus Assistenten. Wer drei Schiedsrichter pro Spiel stellt, zahlt pro Heimspiel leicht 60 bis 80 Euro.
Fahrtkosten für Schiedsrichter werden nach Verband unterschiedlich erstattet. Als Faustregel gilt: rund 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer (Hin- und Rückweg). Im Hamburger Fußball-Verband (HFV) ist nur der günstigste HVV-Tarif – also eine Tageskarte – erstattungsfähig. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über eine Saison.
Die Meldegebühren variieren extrem stark zwischen den Verbänden. Im Hessischen Fußball-Verband zahlt eine Mannschaft in der Kreisliga A 60 Euro pro Saison, in der Kreisliga B und darunter 50 Euro. Das klingt günstig. Im Fußballverband Rheinland hingegen werden für die Kreisliga A 300 Euro pro Mannschaft fällig – das Fünffache. Wer mehrere Mannschaften im Spielbetrieb hat, multipliziert diese Kosten entsprechend.
Dazu kommen IT-Gebühren für DFBnet, die digitale Verwaltungsplattform des DFB. Im HFV zahlt ein Verein dafür rund 50 Euro pro Jahr. Klingt überschaubar, ist aber eine weitere Pflichtausgabe.
Die weiteren Kostenpositionen sind oft unterschätzt: Passgebühren für neue Spieler, Strafgebühren bei Spielabbrüchen oder Disziplinarverstößen, Platzmiete (sofern der Verein kein eigenes Gelände hat), Trikots und Ausrüstung, Bälle (ein Spielball kostet 30 bis 80 Euro), Versicherungen für Spieler und Vereinsverantwortliche sowie Verwaltungskosten. Alles zusammen kann eine Saison in der Kreisliga einen mittelgroßen Verein mit zwei Mannschaften leicht 5.000 bis 10.000 Euro kosten – ohne Spielergehälter, denn die gibt es auf dieser Ebene offiziell nicht.
Der DFB/HRI-Report 2024 beziffert die wirtschaftliche Gesamtleistung des Amateurfußballs auf 5,73 Milliarden Euro. Dazu kommen positive Gesundheitseffekte im Wert von 5,60 Milliarden Euro und ein gesellschaftlicher Wert von 2,61 Milliarden Euro. Amateurvereine zahlen zudem über 40 Millionen Euro pro Jahr an Landes-, Bezirks- und Kreisverbände. Das zeigt: Amateurfußball ist kein Hobby-Projekt, sondern ein ernsthafter Wirtschaftsfaktor.
Schiedsrichterkosten und Meldegebühren im Kreisliga-Vergleich
| Verband / Region | Schiedsrichterhonorar | Meldegebühr pro Mannschaft / Saison |
|---|---|---|
| NFV Kreis Stade (Kreisliga) | 35 € / Spiel | k. A. |
| Hessischer FV (Kreisliga A) | ca. 30–50 € / Spiel | 60 € |
| Hessischer FV (Kreisliga B) | ca. 30–50 € / Spiel | 50 € |
| FV Rheinland (Kreisliga A) | k. A. | 300 € |
Hinweis: Werte variieren stark je nach Verband und Saison; nur belegte Einzelwerte angegeben. Schätzwerte für Hessen basieren auf Verbandsangaben und Erfahrungswerten.
Häufige Fragen zur Kreisliga & Verbandsstruktur
Q Was ist die Kreisliga und auf welcher Ebene spielt sie?
Die Kreisliga ist eine der untersten Spielklassen im deutschen Fußball, typischerweise auf der 8. oder 9. Spielklassenebene. Sie wird von Kreisverbänden organisiert und ist regional stark unterschiedlich strukturiert – je nach Landesverband variieren Bezeichnung und absolute Ebene.
Q Was ist der Unterschied zwischen Kreisliga und Kreisklasse?
Die Kreisliga ist die höhere Spielklasse auf Kreisebene (z. B. Kreisliga A), die Kreisklasse liegt eine oder mehrere Stufen darunter. Aus der Kreisklasse steigt man in die Kreisliga auf, aus der Kreisliga in die Bezirksliga oder Kreisoberliga.
Q Wie funktioniert der Aufstieg aus der Kreisliga?
Der Kreismeister steigt direkt in die nächsthöhere Liga auf. Der Tabellenzweite spielt meist Relegation. Verzichtet ein Verein auf den Aufstieg, rückt der nächstplatzierte nach – das Aufstiegsrecht kann bis Tabellenplatz 5 weitergegeben werden.
Q Wie viele Kreisligen gibt es in Deutschland?
Es gibt keine zentrale Erfassung. Schätzungsweise existieren rund 1.500 Kreisligen, da die Organisation dezentral bei den 21 Landesverbänden und deren Kreisverbänden liegt. Eine exakte Gesamtzahl ist nicht verfügbar.
Q Was kostet eine Saison in der Kreisliga für einen Verein?
Schiedsrichtergebühren liegen bei ca. 35–50 € pro Spiel; Meldegebühren zwischen 50 € (Hessen) und 300 € (Rheinland) pro Mannschaft. Inklusive Fahrtkosten, Ausrüstung und Verwaltung können mehrere tausend Euro pro Saison anfallen.
Q Warum gilt die Regionalliga als höchste Amateurliga?
Die Regionalliga (4. Ebene) gilt formell als höchste Amateurspielklasse, weil dort keine Lizenzpflicht wie in der 3. Liga besteht und die Spieler überwiegend keine Vollprofis sind. Seit 2012/13 ist sie in fünf Staffeln aufgeteilt.
Q Welche wirtschaftliche Bedeutung hat der Amateurfußball in Deutschland?
Laut DFB/HRI-Report 2024 leistet der Amateurfußball einen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Leistung von 5,73 Mrd. €, erzeugt Gesundheitseffekte im Wert von 5,60 Mrd. € und einen gesellschaftlichen Wert von 2,61 Mrd. €.
Quellen
- DFB – Deutscher Fußball-Bund (dfb.de), Bereich Amateurfußball
- DFB – Mitgliederstatistik 2023 (PDF)
- DFB / Handelsblatt Research Institute – Sozialrendite des Amateurfußballs, HRI-Report 2024
- DFB – Ökonomische Bedeutung des Amateurfußballs (Breuer, Feiler, Rossi, 2019)
- Wikipedia – Fußball-Ligasystem in Deutschland
- Superprof.de – Fußball-Ligen Reihenfolge in Deutschland
- meine-fankurve.de – Auf- und Abstieg / Relegation in der Kreisliga
- NFV Kreis Stade (nfv-kreis-stade.de) – Schiedsrichtergebühren Saison 2025/26
- Hessischer Fußball-Verband (hfv-online.de) – Meldegebühren und Fahrtkosten
- Fußballverband Rheinland (fv-rheinland.de) – Meldegebühren Kreisliga
- SSOAR – Facetten des Amateurfußballs (Naglo et al., 2020)